Berlin im Boom: Zugänge freihalten


Roland Züger schreibt zur Ausgabe der Revue werk, bauen + Wohnen 7/8-2019: „Nirgends in Berlin offenbart sich die Verwertung des Stadtraums für den Tourismus direkter als in der Umgestaltung seines Stadtzentrums. Mit der Fussball-WM kamen die Riesenposter an die Fassadengerüste, oft ohne überhaupt eine Baustelle zu tarnen – so wenig war 2006 baulich los. Die Billigfliegerei hat der verträumten Exklave Berlin die Billigmieten ausgetrieben. Und mit dem Bauboom kochte der heisse Immobilienmarkt vollends über. Kurzum: Berlin leidet wieder an ganz normalen Problemen einer hippen Metropole. Händeringend werden bezahlbare Wohnungen gesucht, sogar von Verstaatlichung privatisierter Wohnungsbestände ist heute die Rede (vgl. das Interview mit der Senatsbaudirektorin Regula Lüscher auf S. 6).
Mit dem Boom einher ging auch eine neue symbolische Besetzung der Mitte der Hauptstadt, für viele die Mitte der Republik. Schon deshalb ist der Wiederaufbau des Stadtschlosses mit seiner Nutzung als Humboldt-Forum kein normales Bauwerk. Man kann den Bau nun als Konstruktion, als Architektur, ja als Stadtraum wahrnehmen.“

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Veröffentlicht
18:16:00 16.08.2019